Aromatherapie
Ganzheitliche, pflanzenbasierte Begleitmethode – verständlich erklärt
Dieser Beitrag wurde von Christina Marx (natura.vet) erstellt und ordnet Aromatherapie für Tiere als komplementäre, energetische Begleitmethoden zur tierärztlichen Betreuung ein.
Die Aromatherapie öffnet die Tür zu einer Welt der Sinne – eine Welt, in der Düfte nicht nur den Raum erfüllen, sondern auch Körper, Geist und Seele berühren. Ätherische Öle entfalten ihre Wirkung auf feine, harmonische Weise und laden dazu ein, bewusst innezuhalten.
Hydrolate, die sanften Schwestern des ätherischen Öls, ergänzen diese sanfte Form der Pflanzenkraft. Sie tragen die Essenz der Pflanze in besonders milder Form und eignen sich sehr gut für Tiere. Fette Pflanzenöle sind reich an wertvollen Fettsäuren, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Sie wirken beruhigend, regenerierend, entzündungshemmend und harmonisierend. In Kombination mit Hydrolaten oder ätherischen Ölen eröffnen sie zusätzlich vielfältige Möglichkeiten.
Aromatherapie für Tiere – nicht ohne Dufttest
Tiere reagieren besonders sensibel auf die Kraft der Natur. Mit ätherischen Ölen fetten pflanzlichen Ölen und Hydrolaten lässt sich ihr Wohlbefinden auf natürliche Weise unterstützen – für Bewegung, Haut, Fell und Psyche.
In der Tieraromatherapie werden ausgewählte ätherische Öle sehr bewusst, niedrig dosiert und individuell über einen Dufttest ausgewählt und eingesetzt. Tiere verfügen über einen besonders sensiblen Geruchssinn und reagieren deutlich differenzierter als wir Menschen.
Daher gilt: Methoden aus der Human-Aromatherapie lassen sich nicht 1:1 auf Tiere übertragen!
Sorgfältige Anwendung, fachliche Kenntnisse und Wissen sowie achtsames Beobachten gewährleisten Sicherheit.
Ein Blick auf Möglichkeiten & Grenzen
Wobei diese Methode begleiten kann
- eine komplementäre, pflanzenbasierte Begleitmethode
- fokussiert auf Wohlbefinden, Entspannung und emotionale Unterstützung
- individuell an Tierart, Situation und Sensibilität angepasst
- nicht-invasiv und bei korrekter Anwendung sanft
Abgrenzung zur tierärztlichen Behandlung
- stellt keinen Ersatz für tierärztliche Diagnosen dar
- ersetzt keine Untersuchung, Therapie oder Medikation durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt
- beinhaltet keine medizinischen Heilversprechen
- ist nicht für akute oder lebensbedrohliche Situationen vorgesehen
Das Wohl des Tieres steht immer im Mittelpunkt – Bei entsprechenden Symptomen werde ich eine tierärztliche Abklärung ausdrücklich empfehlen.
Anwendungsbereiche in der Tieraromatherapie
- Unterstützung des Wohlbefindens
Ätherische Öle und Hydrolate können helfen, Stress abzubauen, Ruhe zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden von Tieren zu steigern – sei es nach Transport, Tierarztbesuchen, hektischen Alltagssituationen oder Unsicherheit. - Förderung der natürlichen Balance
Durch Stimulierung der Sinne kann das Verhalten harmonisiert werden. Unterstützung in Phasen von Nervosität, Unruhe oder bei leichten emotionalen Belastungen. - Begleitung bei leichteren Beschwerden
Durch die gezielte Auswahl verträglicher Öle können Begleitmaßnahmen bei Muskelverspannungen, leichten Gelenkbeschwerden oder nach körperlicher Belastung erfolgen – immer unter Beobachtung und fachkundiger Anwendung. - Pflege von Haut und Fell
Fette Pflanzenöle und bestimmte ätherische Öle unterstützen die Hautbarriere, pflegen trockenes oder irritiertes Fell und fördern die Heilung kleinerer Hautprobleme. Hydrolate wirken sanft und feuchtigkeitsspendend. - Gestaltung eines angenehmen, sicheren Raumklimas
Duftende Hydrolate oder sehr verdünnte ätherische Öle können sanft die Umgebung positiv beeinflussen, z. B. um Stresssituationen zu entschärfen
Hinweis: Die genannten Bereiche beschreiben typische Erfahrungsfelder aus der Praxis und stellen keine medizinischen Indikationen dar.
Wie Aromatherapie bei Tieren wirkt
Hunde zum Beispiel haben zwischen 220 und 300 Millionen Riechzellen (Olfaktorische Rezeptorzellen). Wir Menschen hingegen „ nur“ 5-6 Millionen und Hunde haben im Verhältnis zum Gehirn einen viel größeren Riechkolben als der Mensch. Doch Düfte werden nicht nur über die Nase wahrgenommen. Duftrezeptoren finden sich nicht nur in der Nase sondern kommen in verschiedenen Geweben des Körpers vor, wie z. B. dem Darm. Der reagiert auf bestimmte Duftmoleküle aus der Nahrung und das wiederum führt zur Freisetzung von Serotonin, was die Verdauung aktiviert. Auch über die Haut können die Moleküle ätherischer Öle aufgenommen werden. Ihre lipophilen Eigenschaften, die geringe Molekülgröße und die Verwendung fetthaltiger Trägeröle erleichtern das Durchdringen der Hautbarriere und ermöglichen so eine sanfte Aufnahme in den Körper.
Einzelne ätherische Öle werden traditionell mit bestimmten Eigenschaften beschrieben.
So wird beispielsweise Lavendel häufig mit Ruhe und Entspannung in Verbindung gebracht. Die individuelle Reaktion eines Tieres kann (wie beim Menschen) jedoch variieren.
Für welche Tiere eignet sich Aromatherapie?
Bei fachkundiger Anwendung kann Aromatherapie begleitend eingesetzt werden bei:
- Hund
- Katze (mit besonderer Vorsicht)
- Pferd
- ausgewählten Kleintieren (nur nach individueller Einschätzung)
Sicherheit & wichtige Hinweise
- Keine orale Einnahme von ätherischen Öl – auch nicht verdünnt!
- Ätherische Öle niemals unverdünnt anwenden.
- Immer sehr niedrig dosieren und Reaktionen beobachten.
- Nur geeignete Trägeröle verwenden.
- Dufttest wird empfohlen
- Vorsicht – nicht jedes ätherische Öl eignet sich für Tiere
- Besondere Vorsicht bei bestimmten Vorerkrankungen, Trächtigkeit, Welpen oder Kitten.
Ablauf einer Begleitung durch Aromatherapie
- Erstgespräch: Welche Situation oder Herausforderung steht im Vordergrund? Gibt es Kontraindikationen durch Situation oder Vorerkrankung?
- Auswahl der ätherischen Öle und Trägerstoffe: Auf Basis des Gesprächs wird ein Dufttest mit ausgewählten ätherischen Ölen, Hydrolaten oder fetten Pflanzenölen durchgeführt.
- Individuelles Anwendungskonzept: z. B. Raumbeduftung oder Schnuffeltuch als Aroma-Ritual.
- Beobachtung & Anpassung: Während der Anwendung wird das Tier kontinuierlich beobachtet. Je nach Reaktion kann die Zusammensetzung der Öle, die Häufigkeit oder die Art der Anwendung angepasst werden.
- Abschluss: Die begleitete Phase schließt mit einer Reflexion der Anwendung ab.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf man ätherische Öle bei Tieren wie beim Menschen verwenden?
Nein. Tiere reagieren deutlich sensibler. Die Anwendung muss immer artgerecht und vorsichtig erfolgen.
Kann Aromatherapie den Tierarzt ersetzen?
Nein. Sie versteht sich ausschließlich als ergänzende Begleitmethode.
Welche Anwendung gilt als besonders sanft?
In der Praxis wird häufig mit kontrollierter Raumanwendung oder Distanz-Anwendung gearbeitet.
Was ist bei Katzen besonders wichtig?
Katzen gelten als besonders empfindlich. Auswahl, Dosierung und Anwendung müssen hier sehr sorgfältig erfolgen.
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Überblick: Tierenergetik
